Kerrys grüne Ambitionen -
mit einem ehrgeizigen umweltpolitischen Ziel möchte der
demokratische US-Präsidentschaftskandidat John Kerry im Wahlkampf
punkten: Er verspricht, dass er die politischen Weichen stellen
werde, damit im Jahr 2020 ein Fünftel des Stroms in Amerika mit
regenerativen Energieträgern wie Sonne und Wind erzeugt werden kann.
Insgesamt 30 Milliarden Dollar an Staatsgeldern will Kerry
investieren, um Amerika unabhängiger von Ölimporten zu machen.
Zehn Milliarden Dollar sieht der demokratische Senator für die
Entwicklung sparsamer Autos vor, die meisten Gelder sollen aber in
saubere Energien fließen. Das sind ungewöhnt grüne Töne aus den USA,
die sich bisher vor allem auf die fossilen Energieträger Öl, Erdgas
und Kohle verlassen haben.
Drei Viertel des regenerativen Stroms in Amerika stammen aus
Wasserkraftwerken, vor allem aus den drei Westküstenstaaten
Washington, Oregon und Kalifornien. Nach einer aktuellen Studie des
Energieministeriums könnte die Leistung mehr als verdoppelt werden.
Unter US-Umweltschützern sind große Wasserkraftwerke allerdings
umstritten, weil sie meist empfindlich in die Ökologie des Gewässers
eingreifen. Die zweitwichtigste Quelle für grünen Strom in den USA
ist Biomasse. Ins Gewicht fallen vor allem die Papier- und
Holzindustrie, die Schwarzlauge und Holzabfälle verbrennen.